ANSM veröffentlicht umfassenden Überblick über Antibiotikaverbrauch und -resistenz

Ansm veröffentlicht umfassenden Überblick über Antibiotikaresistenz

Anlässlich der Weltwoche zur Sensibilisierung für antimikrobielle Resistenzen veröffentlichte die französische Nationale Sicherheitsagentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (ANSM) am 18. November 2024 einen ausführlichen Bericht zum Thema Antibiotikaverbrauch und Resistenzen. Diese Initiative ist Teil des interministeriellen Fahrplans „Prävention und Reduzierung von Antibiotikaresistenzen, Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen“ für den Zeitraum 2024–2034 und befasst sich mit der Herausforderung einer Eine Gesundheit Perspektive, die die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt integriert.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Bericht

  • Menschliche Gesundheit:
    Der Antibiotikaverbrauch in Frankreich ging 2023 zurück und setzte damit einen bereits vor der Pandemie beobachteten Abwärtstrend fort. In bestimmten Altersgruppen, insbesondere bei den 5- bis 14-Jährigen und den über 65-Jährigen, stieg die Zahl der Verschreibungen jedoch an.

    • Frankreich gehört weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Antibiotikaverbrauchern in Europa.
    • Resistenzen gegen wichtige Antibiotika wie Cephalosporine der 3. Generation (C3G) und Fluorchinolone wurden in Gesundheitseinrichtungen und Pflegeheimen häufiger beobachtet als in der Allgemeinbevölkerung.
  • Tiergesundheit:
    Zwischen 2013 und 2023 sank die Gesamtexposition von Tieren gegenüber Antibiotika um 41%.

    • Katzen und Hunde wiesen die höchste Belastung auf.
    • Die Bemühungen zur Optimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Veterinärmedizin wurden durch internationale Kooperationen wie das Enovat-Projekt verstärkt.
  • Umweltgesundheit:
    Seit 2015 ist die durchschnittliche Konzentration von Fluorchinolonen im Oberflächenwasser stetig gesunken, was auf die Bemühungen zur Eindämmung der Umweltverschmutzung zurückzuführen ist.

Tools und Initiativen

  • Infektionsprävention und -management:
    Es wurden neue Tools eingeführt, die medizinisches Fachpersonal dabei unterstützen, die Infektionsprävention zu verbessern und Antibiotika verantwortungsvoll einzusetzen.

    • Die Einrichtung regionaler Zentren für Antibiotikatherapie (CRAtb) seit Ende 2022 hat maßgeblich zur Weiterentwicklung dieser Agenda beigetragen.
  • Internationale Zusammenarbeit:
    Initiativen wie die gemeinsame Aktion EU-JAMRAI2 fördern sektorübergreifende Bemühungen zur Stärkung nationaler Aktionspläne und zur Optimierung des Antibiotikaeinsatzes im Bereich der menschlichen und tierischen Gesundheit.

Bewertung

  • Auswirkungen:
    Der verstärkte Fokus auf antimikrobielle Resistenzen (AMR) im Rahmen des One-Health-Ansatzes deutet auf potenzielle regulatorische Änderungen in den Bereichen Pharma, Veterinärmedizin und Umweltmanagement hin. Unternehmen in diesen Bereichen müssen ihre Praktiken möglicherweise an strengere Richtlinien zum Antibiotikaeinsatz und zur Resistenzminderung anpassen.
  • Nächste Schritte für Stakeholder:
    • Beobachten Sie die Entwicklungen im Fahrplan 2024–2034 und passen Sie Ihre Strategien entsprechend an.
    • Priorisieren Sie die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika mit geringerem Resistenzrisiko.
    • Stärkung der Verwaltungsprogramme in den Bereichen Mensch, Tier und Umweltgesundheit.

Dieser umfassende Überblick der ANSM unterstreicht die dringende Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen gegen antimikrobielle Resistenzen und bekräftigt das Engagement Frankreichs im weltweiten Kampf gegen AMR.

Abonnieren Sie die neuesten regulatorischen Nachrichten

Reginsights Grafiken